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Sterbfritzer Dorfchronik
Sterbfritzer Dorfchronik

Die Flurnamen der Gemarkung Sterbfritz

Die Flurnamen der Gemarkung Sterbfritz und ihre Bedeutung

von Karl Roth

 

Warum Flurnamen? Nun, so haben sich früher die Bürger auf dem Land mitgeteilt, wo ihre Äcker bzw. Wiesen liegen, wo sie heute sind und morgen arbeiten werden. Die Namen richteten sich nach Eigenheiten wie Form des jeweiligen Areals – eben, bergig (küppelig), guter oder schlechter Boden, Auenlage, mit welchen Bäumen das Areal bestockt war etc. Durch diese Vorgehensweise sind nur selten große Flächeneinheiten Namen gegeben worden und so gibt es eine Menge davon.

 

Die Bürger auf dem Land haben sich, bis auf wenige Ausnahmen, im Dialekt unterhalten.

 

Hochdeutsch war die erste Fremdsprache. Da der Dialekt eine lebendige Sprache ist, gibt es, z. B. durch Lautverschiebung, immer wieder kleine Veränderungen.

Die Namen im Hochdeutschen und im Dialekt sind oft sehr unterschiedlich und es bedarf schon ein wenig Fantasie, um eine Wortverwandtschaft zu erkennen.

Exemplarisch seien einige Flurnamen vorgestellt.

  • Hirsch-Winkel, Im Herzwinkel, 1597 Herßwinckel, 1732 Hertzwinckel (Staatsarchiv Marburg), ausgesprochen im Dialekt durch Lautverschiebung bzw. Sprachveränderung wurde daraus Hatschwengel.
  • In der Au (Aar), in der Awe, auf der Au, (Staatsarchiv Marburg) Der heute gebräuchliche Name im Dialekt ist Aar
  • First, 1597 uffm furst geleg (Staatsarchiv Marburg), heute gebräuchlicher Name im Dialekt: Die Fierscht.

 

Lehrer Hans Engelhardt hatte sich vor ca. 50 Jahren den Flurnamen und deren Deutung zugewandt. Seine Ausarbeitung wird in diesen Bericht eingearbeitet.

In der heutigen Zeit sind die Flurnamen nicht mehr so wichtig. Die Landvermesser haben die größeren Areale der Gemarkung mit Flurnummern (hier stehen die Flurnamen dabei) und die kleinen Flächen mit Flurstücknummern eingeteilt und in einem Kataster zusammengefasst. Der Bürger nimmt die Flurnamen nur noch bei Landkauf bzw. Landverkauf wahr. Hier und da hat man die Ortsstraßen nach Flurnamen benannt, ob allerdings dem Bürger die Herkunft dieser Namen bewusst wird, ich glaube eher nein.

 

Auch die Struktur der Bevölkerung hat sich geändert. Die meisten Bürger arbeiten heute in ihren Berufen und haben mit Landwirtschaft nichts mehr zu tun.

 

Alte Flurnamen geraten in Vergessenheit.

 

Der Verfasser hat sich nun zur Aufgabe gemacht, die alten Flurnamen aufzuarbeiten, deren Lage zu zeigen und wenn möglich, die Deutung der Namen dem Leser näher zu bringen.

 

Übersichtskarte

Die Übersichtskarte zeigt, wo die Fluren 1 bis 22 in der Gemarkung Sterbfritz zu finden sind.

 

 

Um eine Ordnung und auch Orientierung in der Vorstellung der Flurnamen zu erreichen, werden die 22 Fluren der Gemarkung Sterbfritz übernommen und die darin liegenden Flurnamenareale als Flurstücke bezeichnet.

 

Flur 1

Die Flur 1 beinhaltet die Flächen links und rechts der Weinstraße von der Stephanskuppe bis zum Tiegel. Sie umfasst fünf Flurstücke. Die Flur 1 befindet sich an der nordöstlichen Grenze der Gemarkung Sterbfritz und wird von den Feldmarken Ramholz, Gundhelm und Weichersbach umrahmt.

 

Hier nun die einzelnen Flurstücke:
 

Die Nusshecken – Nösshegge

Quelle: Staatsarchiv Marburg und alte Flurkarten der Gem. Sterbfritz

Dieses Flurstück grenzt südwestlich an die Flur 2 (Senseberg) und verläuft links der Weinstraße bis zum Tiegel. Nordöstlich schließt der Schlingloffs (Schlinges) und die Breitfürst an.

Zur Namensbedeutung Nusshecken gibt es im Internet keine Aussage. Hecken hingegen könnte ein umfriedetes Gebiet gewesen sein, aber auch eine Huteweide.

Da früher die Hausschweine zur Aufnahme der Waldfrüchte in den Wald getrieben wurden, scheint eine Haselnusshecke als Huteweide am plausibelsten.

 

Schlingloffs – Schlinges

Quelle: Nach den Aufzeichnungen des Marburger Staatsarchivs hat sich der Name von 1453 bis heute immer wieder leicht verändert.

Von Slingolffs 1453, Schlingloffs 1597,Schligeloffs 1732, strittige Schlingeloffs 1732 zu dem heutigen Schlingloffs. Dieses Flurstück umfasst das Areal des Steinbruches "Schlinges".

Dieses Flurstück erstreckt sich entlang der Weinstraße von dem Flurstück "Nusshecken" bis zur Gemarkung Gundhelm.

Zur Bedeutung dieses Namens kann keine Aussage gemacht werden.


Flurkarte von Sterbfritz aus dem Jahr 1935, entspricht der Flur 1

Flurst.: Nusshecke, Rommertsbrunner Wald, Breite First, Gleiche Wiese, Schlingloffs.

 

 

Die Breitfürst – Brat-Fierscht

Quelle: Staatsarchiv Marburg

Die Breytefyrst 1453, Breytenfurst 1585, Breyttfurst 1597, auf der breiden Fürst 1732

Alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz

Die Breite First ist links der Weinstraße in dem Flurstück Schlingloffs eingelagert.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Breitfürst - mundartlich Braorefierscht –

Die Breitfürst bildet den nördlichen und längsten Teil unserer Wasserscheide zwischen Kinzig und Sinn. Sie hat inzwischen den Namen "Breite First" angenommen. Das heute ausgestorbene Wort "First" finden wir in unserem Hessenlande häufig zur Bezeichnung landgestreckter Waldhöhen und Bergrücken. Für unsere Breite First kommt noch hinzu, dass ihr Bergrücken keinen schmalen Grat bildet wie etwa der First eines Daches, sondern dass sie breitflächig sich dem Verkehr erschließt. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass eine alte Handelsstraße, die Weinstraße, hier oben in gemächlicher Breite verläuft, zu dessen Sicherung vermutlich in der fränkischen Landnahmezeit auf dem westlichen steil abfallenden Ausläufer der Breite First die fränkische "urbis" (Alte Burg) errichtet wurde nebst der zugehörigen "quartis" (befestigter Wirtschaftshof) im Tale.

Der Bergrücken der Breiten First ist so breit, dass sogar ein Dorf hier oben entstehen konnte, das im Jahre 1309 erstmals unter dem Namen "Raymundisburne" (Raymundisborn) in den Urkunden auftaucht, dann im Jahre 1453 als "Ramoltsborren" (Ramholzborn) zum letzten Mal genannt wird und heute als Wüstung "Rommertsbrunn" heißt. Als die Bewohner dieses Dorf verließen, siedelten sie sich in den umliegenden Nachbarorten an, die meisten von ihnen in Sterbfritz. Das ist ganz deutlich auf der topografischen Karte 5623 (Schlüchtern) zu erkennen. Wenn man die Gemarkungsgrenze von Sterbfritz rot umreißt, erscheint dann das Areal der zugewanderten Rommertsbrunner Bauern im Norden unserer Gemarkung wie ein breites Band. Es umfasst die gesamte ehemalige Dorfanlage, das damalige Ackerland auf der Höhe sowie den Rommertsbrunner Wald und einem Großteil der Rommertsbrunner Wiesen, insgesamt eine Bodenfläche von ca. 350 ha.

 

Die gleiche Wiese

Quelle: Alte Flurkarte von Sterbfritz (Flur 1)

Die Gleiche Wiese liegt nördlich der Breiten First, in dem Flurstück "Schlingloffs" , an der Gemarkungsgrenze Ramholz. Auch die Gleiche Wiese dürfte heute ein Teil des Steinbruches Schlinges sein. Zur Namensbedeutung ist in der Literatur nichts zu finden. Eine mögliche Erklärung wäre eine ebene, gleiche Fläche in dem doch bergigen Areal. Auch die geringe Größe dieses Flurstückes lässt diese Deutung zu.

 

Rommertsbrunner Wald – Romertsbroenner Waald

Rommertsbrunner Wald 1732

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

Der Rommertsbrunner Wald erstreckt sich rechts der Weinstraße, von dem Flurstück Hellgraben im Süden, in nordöstlicher Richtung bis zur Gemarkungsgrenze Weichersbach

Der Name leitet sich aus der Wüstung Rommertsbrunn ab.

 

Flur 2

Die Flur 2 grenzt an, im Westen an Flur 3, Teile des Hellgrabens und das Hellgenfeld, im Norden an den Rommertsbrunner Wald und im Osten und Süden an die Gemarkung Weichersbach.

 

Hier nun die einzelnen Flurstücke der Flur 2

 

Im Hellgraben – Hellgroawe

Wi Ime Hellgrabenn 1531, Im hell grabenn 1544, Am hellgraben 1597 und im Hellgraben 1702

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

Um den Namen zu deuten, müssen die Wortteile getrennt betrachtet werden.

Hell: Das Wort hell geht auf den althochdeutschen Wortstamm "hella" zurück, der in seinem "hell" so viel wie schräghängendes Gelände bedeutet.

In Verbindung mit dem Wortteil zwei "Graben" könnten Hellgraben die Hänge dieses Grabens gemeint sein.


Rommertsbrunnen – Romertsbroenn

Zum Rommertsbrunn 1702, Rommer bron 1732, heute Rommertsbrunnen

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarten der Gemeinde Sterbfritz.

Der Rommertsbrunnen erstreckt sich vom Hellgraben im Süden in nordöstlicher Richtung unterhalb des Rommertsbrunner Waldes bis zur Gemarkung Weichersbach.

Im Rommertsbrunnen befinden sich die Quellen die Sterbfritz mit Trinkwasser versorgen.

 

Hans Engelhardt führte hierzu aus:

Der Rommertsbrunnen war ehemals jene Quelle auf der Breiten First, nach der das ausgegangene Dorf, die heutige Wüstung Rommerzbrunn benannt war. Im Jahre 1303 erschien der Name erstmals in den alten Urkunden, und 300 Jahre später, 1609, wurde er letztmalig erwähnt. Siehe auch Ausführung zum Rommertsbrunner Wald.


 

Flurkarte von Sterbfritz aus dem Jahr 1935, entspricht der Flur 2

Flurst.: Im Hellgraben, Im Rommertsbrunnen, Rommertzbrunner Wald.

 

Flur 3

Die Flur 3 wird umrahmt vom Senseberg im Nordwesten, im Süden entlang der Landesstraße von Sterbfritz nach Oberzell. Im Osten grenzt sie an den Rommertsbrunnen und im Nordosten an die Weinstraße. Auf der anderen Seite der Weinstraße schließt die Flur 1 mit dem Flurstück Nusshecken an.

 

Hier nun die einzelnen Flurstücke der Flur 3

 

Der Hellgraben – Hellgroawe

Der größte Teil des Hellgrabens liegt in der Flur 3. Im Norden grenzt er an den Rommertsbrunnen, verläuft dann Ost, Südost entlang der Landesstraße fast bis zu dem Abzweig Weinstraße, im Westen entlang der Weinstraße bis zu den Hellgenwiesen. Das anschließende Hellgenfeld bildet die westliche Grenze bis zurück zum Rommertsbrunnen.

Zur Erläuterung und Deutung des Namens siehe Hellgraben Flur 2

 

Die Hellgenwiesen – Halljewiese

Heilige Wiese

Die Heilingswiesen, die Hellgenwiesen, Hellg wießen 1597

Quelle: Staatsarchiv Marburg und alte Flurkarten der Gemeinde Sterbfritz

Die Hellgenwiesen liegen in der Straßengabel Landesstraße nach Oberzell und Weinstraße und der vordere Teil des Hellgenfeldes. An die Hellgenwiesen schließt sich, wie schon erwähnt, der Hellgraben an.

Zur Deutung des Namens kann angenommen werden, dass die hellgen (heiligen) Wiesen möglicherweise der Kirche gehörten.


Hellgenfeld – Halljefeld

Das Hellgenfeld erstreckt sich östlich der Weinstraße entlang, oberhalb des Hellgrabens, von der Hellgenwiese bis zum Rommertsbrunnen.

Quelle: Alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

Die mögliche Deutung des Namens ist gleich der Hellgenwiesen.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Das Hellgenfeld gehörte einstmals zur Gemarkung des ausgegangenen Dorfes Rommertsbrunn.

Das Bestimmungswort "Hellgen.." bzw. "Helgen.." = Heiligen… deutet eigentlich auf kirchliches Eigentum hin; da jedoch das Dorf Rommertsbrunn kein Kirchenort war, müssen erst Unterlagen für eine anderweitige Deutung gesucht werden.

 

Die Flurkarte von Sterbfritz aus dem Jahr 1935 entspricht der Flur 3 .

Flurst.: Im Hellgraben, Das Hellgenfeld, Die Hellgenwiesen.

 

Flur 4

Die Flur 4 stellt im Wesentlichen den "Senseberg" dar. Nordöstlich zur Gemarkung Ramholz befindet sich noch das kleine Flurstück "Der Dallacker" und südöstlich zum Sterbfritzer Feld die Flurstücke "Der Erzbusch", "Die Erzwiesen" und die Hellgenwiesen, Der Senseberg und der Dallacker sind links der Weinstraße.

 

Hier nun die einzelnen Flurstücke der Flur 4

 

Die Hellgenwiese – Helljewiese

Hierzu siehe Ausführung bei Flur 3

 

Der Senseberg – Sensebarch

Am Senseberg gelegenn 1544, uff dem Seßenberg 1585, uff dem Senßeberg geleg 1597, der Sensse berg 1732, untig dem Senßenberg gelegen 1732

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarten der Gemeinde Sterbfritz.

 

Der Senseberg liegt zwischen der Gemarkung Ramholz im Nordosten, im Osten grenzt er an die Weinstraße, im Südosten stößt er an die Landstraße nach Oberzell und im Westen an das Sterbfritzer Feld.

 

Hans Engelhardt konnte die Deutung dieses Namens nicht abschließen. Er bringt deshalb eine Deutung des verstorbenen Heimatforschers Rektor Maldfeld, Steinau, wie er sie in seinem Aufsatz "Geografische Namen der Heimat" darlegt:

Wahrscheinlich geht das Wortelement "sens" auf das gotische "sins" = alt (burgundisch sinistus) zurück. Sense=berg wäre somit als alter Berg und da Berg gleich Burg zu setzen ist als alte Burg zu fassen. Vermutlich war hier eine vorgeschichtliche Fliehburg, was eine nähere Untersuchung dartun müsste.


Der Erzbusch

Der Ertz Busch 1732, der Ertzbusch 1732,

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

Der Erzbusch erstreckt sich nordöstlich der Oberzeller Straße, wird im Osten von dem Senseberg und in Weiterführung dieses Berges westlich von dem Langen Berg begrenzt. Im Südwesten stößt sie gegen das Sterbfritzer Feld.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

(Der Erzbusch – Am Erzbusch – Die Erzwiese)

Der Name "Erzbusch" scheint ein sehr alter Flurname zu sein und hat mit Erz oder Eisengewinnung offensichtlich nichts zu tun. Vermutlich in ihm das althochdeutsche Wort "örz" (abgeleitet von "orzon" = pflügen). "Erzbusch" bedeutet also so viel wie gepflügtes Land, das ehemals mit Gestrüpp bewachsen war. In ältester Zeit, als sich bei uns die ersten Siedler niederließen, legten sie ihren Acker nicht im Talgrund an, sondern – wie oben – mehr in hangiger Lage, weil sie da den nicht so schweren Boden mit ihren primitiven Geräten leichter bearbeiten konnten. Der "Erzbusch" ist im Jahre 1962 noch offenes Pflugland gewesen und erst Jahre später als Pferdekoppel angesät worden.

Es interessiert sicherlich, bei dieser Gelegenheit einen seltenen Fund auf dem dortigen Gelände zu erwähnen: Wie anderwärts war es auch bei der alljährlichen Instandsetzung des Ackerlandes am "Erzbusch" Brauch, die zutage tretenden Steine regelmäßig aufzulesen und dann am unteren Ackerrain abzulegen. Dort fand am 20. Juni 1962 gegen 15 Uhr ein Schüler meiner Klasse (Günter Kessler, wohnhaft Am Buch Nr. 3) unter den herumliegenden Steinen ein gut erhaltenes Steinbeil (mit Bohrung) aus der Jungsteinzeit (vor ca. 4500 Jahren).

Bei dem Erzbusch scheint es sich um sehr altes Kulturland zu handeln.

 

Die Erzwiesen

Das Flurstück Erzwiesen liegt westlich, Richtung Langer Berg, oberhalb des Erzbusches.

Die Deutung des Namens siehe die Ausführung unter Erzbusch.

 

Die Karte von 1935 beinhaltet die Flurstücke: Der Senseberg, Der Dallacker, Der Erzbusch, Die Erzwiesen, Die Hellgenwiesen.

 

 

Der Bärengraben – Bargroawe

Der Bärengraben ist kein eigenständiges Flurstück. Es ist als solches in den Flurkarten von 1836 und 1935 nicht ausgewiesen.

Der Bärengraben ist der nördliche schmale Teil des Flurstückes Die Erzwiese, zwischen Hebegraben im Westen und Erzbusch und Senseberg im Osten, der an das Flurstück Der Dallacker anschließt. Er führt südwärts bis zu dem Wasserbehälter.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Der Bärengraben liegt nördlich des Wasserbehälters und bildet einen tiefen Grenzeinschnitt zwischen dem Langen Berg und dem Senseberg. Ob der Name auf das Vorkommen von Bären in diesem Gebiet zurückzuführen ist lässt sich heute nicht mehr ermitteln. Bekannt sind noch die Bärenlinde und die Bäreneiche. Es ist durchaus vorstellbar, dass die Namensgebung damit zusammen hängt.

 

Das Eichelgärtchen – Aichelgertje

Dieses Areal ist, nach den Flurkarten von 1836 und 1935, auch kein eigenständiges Flurstück.

Die Fläche ist praktisch die Fortführung des Bärengrabens nach Süden und ist ab dem Wasserbehälter mit dem Areal des Teilflurstückes Die Erzwiese identisch. Die Quellen die in den Hochbehälter fließen sind die Erzwiesenquellen.

Im Süden schließt es dann mit dem schon viel zitierten Langeberg-Weg ab, welcher weiter führt und an die Landesstraße nach Oberzell anschließt.

An diesem Weg liegt der Garten der Familie Sperzel und nach Norden schließt sich bis zum Bärengraben Wiesengelände an.


Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Das Eichelgärtchen ist nur ein kleiner Flurteil. Es liegt südlich des Wasserbehälters (im

Bärengraben) und wird von dem abfließenden Wasser, das später den Seemenbach bildet, berührt. Die Erzwiese und der Erzbusch im Norden sowie das Gelände am Erzbusch im Osten schließen das etwas tieferliegende grüne Fleckchen Erde ein. Alte Eichen stehen hier noch in lichten Gruppen zusammen. Vermutlich haben sie diesem netten Landschaftsteil den Namen gegeben, und es will durchaus glaubwürdig erscheinen, dass früher einmal die Gemeindehirten – wie alte Leute berichten – hier ihre Mittagsrast hielten.

 

Der Dallacker – Dallagger

Eine andere Bezeichnung für Dallacker ist "Delle-Acker". Der gebräuchliche Name ist allerdings Dallacker.

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Die Dalläcker sind heute Waldland und liegen nördlich des Bärengrabens an der alten Weinstraße. Sie wurden in einer Zeit des Hungers und des Landmangels (wie die früheren Äcker am Senseberg) hier oben auf der Höhe angelegt, um das tägliche Brot des "kleinen" Mannes für seine kinderreiche Familie zu sichern. Ihre Namen tragen sie (lt. Bericht alter Männer aus dem Jahre 1953) nach den Vertiefungen (Dallen) in der Bodenfläche.

Es ist in der Einleitung dieser Aufarbeitung schon einmal erwähnt, dass die Charakteristik eines Areals sich in der Bezeichnung der Flurstücke wiederfindet.

 

Flur 5

Die Flur 5 verläuft in nordöstlicher Richtung, entlang der Landesstraße, nach Oberzell, grenzt im Osten an die Gemarkung Weichersbach und wird im Süden und Westen von dem Sterbfritzer Feld eingerahmt.

 

Diese Karte von Sterbfritz aus dem Jahre 1935 entspricht der Flur 5

Flurst.: Auf der Höhe, In der Schleifemich, Im hinteren Spathfeld, Auf dem alten Buch, Am Steffensküppel, Der Steffensküppel, eine Vogelschutzanlage.

 

 

Hier nun die einzelnen Flurstücke:
 

Der Steffensküppel – Stephanskuppe

Steffensküpfel 1732

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte von der Gemeinde Sterbfritz.

Der Steffensküppel verläuft rechts der Landesstraße nach Oberzell. Ansonsten wird er durch das Sterbfritzer Feld eingerahmt.

Der Steffensküppel ist heute Naturschutzgebiet. Auf dem dortigen Kalkmagerrasen wachsen viele seltene Orchideen, sowie die Silberdistel. Er ist ein sehr markanter Bergkegel und ist für die Sterbfritzer Ortsansicht prägend.

Um den Namen Steffensküppel zu deuten, könnte man meinen, er ist nach einem verdienten Bürger oder einstmaligen Besitzer benannt.

Die Deutung des Namens Steffens führt uns ins altgriechische und heißt dort Stephanos, was übersetzt bedeutet so viel wie der bekränzte oder gekrönte.

Die älteren Bürger unserer Gemeinde werden sich noch erinnern, dass der Steffensküppel nicht bewaldet war, außer ein kleines Kiefernwäldchens auf dem Gipfel. Der Berg war durch dieses Kiefernwäldchen bekränzt oder gekrönt. An den Flanken des Berges konnten keine Bäume wachsen, da diese beweidet wurden.

Die Deutung wäre somit "der durch das Kiefernwäldchen gekrönte Küppel", eben Steffensküppel.


Am Steffensküppel

Am Steffensküppel ist der östliche Fußpunkt des Berges, grenzt im Norden an die Landesstraße nach Oberzell an und im Osten an die Gemarkung Weichersbach.

Dieses Flurstück besteht aus Acker und Wiese, wird also landwirtschaftlich genutzt.

Die Deutung des Namens siehe "Der Steffensküppel".

 

Am Erzbusch

Der Erzbusch liegt eigentlich in Flur 4 rechts neben der Landesstraße nach Oberzell.

Hier handelt es sich um eine Ergänzungsfläche zu dem Flurstück "Der Erzbusch" rechts neben der Landesstraße nach Oberzell, westlich des Steffensküppels und grenzt südlich an das "Am alten Buch" an.

Die Deutung des Namens siehe "Am Erzbusch" Flur 4.

 

Am alten Buch – Ahl Buch

Der Flurstückname hat sich von 1544 bis dato nicht verändert.

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

Das Flurstück "Am alten Buch" liegt südwestlich des Steffenküppels, zwischen Erzbusch im Norden und "Hinterm Spatfeld" im Süden. Im Osten grenzt es an die Schleifemich an.

In dem alten Buch ist in Richtung Schleifemich eine Vogelschutzanlage angelegt. In wieweit diese heute noch in Takt ist oder gepflegt wird, kann nichts gesagt werden.

 

Zu dem Namen "Buch" schreibt Lehrer Hans Engelhardt wie folgt:

Buch (buoche = Buche; buoch = Buchenwald.

Zahlreiche Flurnamen geben Auskunft über den Baumbestand früherer Wälder. Einige Baumnamen hatten in der älteren Sprache kollektive Bedeutung. So deutet der Flurname "Buch" nicht auf Einzelbäume hin, sondern ist ein Sammelname und bedeutet so viel wie Buchenwald. Wenn dieser Flurteil bereits Buchonien (Buchenland) auch nur ein geografischer Zwerg war, so hatte diese bewaldete Bodenschwelle doch immerhin eine Länge von ca. 3 km. Sie bildete eine Wasserscheide zwischen Kinzig und Sinn und erstreckte sich vom Steffensküppel im Norden, in südwestlicher Richtung bis zu den alten Wiesen in der Sterbfritzer Gemarkung im Süden. Dieses Gebiet zählte zu den großen Flurteilen. Das deuten heute noch die sekundären Flurnamen an: Am alten Buch, Auf dem alten Buch, Vor dem Buch, Im Buch, Hinterm Buch, Das neue Buch, Das Buchfeld.

Zur Zeit der Sachsenkriege Karls des Großen begannen dann die Rodungsarbeiten am Mittelstück, und es entstand nach und nach Kulturland mit neuen Flurnamen. Heute, nach mehr als 1000 Jahren, ist das "Buch", der ehemalige Buchenwald zwischen Steffensküppel und Steinfirst, verschwunden. Ackerbreiten und Wiesenflächen bedecken das Land. Das letzte Waldstück vom einstigen Buch wurde nach dem zweiten Weltkrieg gerodet. Das Land wurde an landarme Einwohner, besonders Vertriebene, vergeben und führt heute den Flurnamen "Neubuch". Das geschlagene Holz wurde nach Hanau zum Wiederaufbau geliefert.

 

In der Schleifemich – Schleifenbach

An dem Namen Schleifemich hat sich von 1544 an bis heute nichts verändert.

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte von Sterbfritz.

Die Schleifemich liegt südöstlich des Steffensküppels. Im Westen grenzen die Flurstücke "Im alten Buch", "Hinterm Spatfeld" und "Auf der Höhe" an. Im Osten bildet die Gemarkung Weichersbach die Grenze.

Das komplette Flurstück wird landwirtschaftlich genutzt.

Zur Deutung des Namens kann keine Auskunft gegeben werden.

 

Hinterm Spatfeld – Spoarefeld

Acker auf dem Spatethefeld 1732,

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte von Sterbfritz.

Das Flurstück grenzt an die Flurstücke "am alten Buch" im Norden, "Auf der Höhe" im Süden und im Osten an die "Schleifemich" an.

Der Name leitet sich sehr wahrscheinlich aus dem dort vorkommenden Boden, Feldspat, ab.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Das vordere und hintere Spathfeld, mundartlich Spoarefeld. Das Spathfeld liegt im Ortsteil der Gemarkung (Vordere Spahtfeld). Es nimmt den Raum ein, der an die Höhe, 416,7 m (Flurname "Auf der Höhe") liegt. Das Planblatt 6 zeigt das nach unserem Dorfe zu gelegen "vordere Spathfeld", während der restliche Teil auf Planblatt 5 eingetragen ist und "Hinterm Spathfeld" heißt. Der Name selbst rührt her von dem Feldspat reichen Boden. Von "Gottsbürn" bei Gundhelm reicht nämlich das Vorkommen des Feldspatbasalts – wenn auch mit Unterbrechungen- südwärts über die westliche Region der "Breiten First" bis in unsere Gemarkung (Auf der Höhe). Hier allerdings ist das Gestein von mehr lockerem Gefüge und durch die starke Verwitterung abgeblättert, zerfallen und grau gefärbt.

 

Auf der Höhe – Haoeh

Auf der Hohe geleg 1597, uff der Höhe 1597

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarten der Gemeinde Sterbfritz.

Das Flurstück "Auf der Höhe" grenzt im Norden an das hintere Spathfeld, im Osten an die Schleifemich und im Süden an den Ortsverbindungsweg über die Ehehelle nach Weichersbach.

Der Name kommt vermutlich daher, dass es sich hier um den höchsten Punkt handelt (über 400 m) an dem Ortsverbindungsweg zwischen Sterbfritz und Weichersbach.

 

Flur 6

Die Flur 6 wird im Norden von der Landesstraße nach Oberzell und im Süden von dem Ortsverbindungsweg von Sterbfritz nach Weichersbach flankiert. Im Westen stößt es an die Flur 18 und im Osten an die Flur 5 an.

 

Die Flurstücke "Auf der Höhe", "Das vordere Spathfeld", "Auf dem alten Buch", "Am alten Buch", "Der Grundrasen" und "Die Grundäcker" sind in der Karte Flur 5 enthalten. Das in der Karte von 1836 ausgewiesene "Buchwieschen" wurde wohl in der Neueinteilung 1935 dem Vorderen Spathfeld zugeschlagen.

 

Die Flurkarte von 1935 entspricht der Flur 6.

Flurst.: Das Eichfeld, Die Grundäcker, Die Flurwiese, Die Grundwiese, Die Zellerwegäcker, Am alten Buch, Der Grundrasen, Auf dem alten Buch, Am Zellerweg, Auf dem Lötzengarten, Das vorder Spathfeld, Auf der Höhe.

 

 

Hier nun die einzelnen Flurstücke:
 

Auf der Höhe – Haoeh

Dieses Teilflurstück liegt entlang des Ortsverbindungsweges nach Weichersbach im Süden und im Norden an dem parallel verlaufenden Feldweg. Im Osten stößt es an das gleichlautende Flurstück in Flur 5 und im Westen an das Vordere Spathfeld.

Weitere Ausführungen zu diesem Flurstück siehe Beschreibung Flur 5.

 

Das vordere Spathfeld – Spoarefeld

Dieses Flurstück liegt entlang des Ortsverbindungsweges nach Weichersbach im Süden und im Norden an dem parallel verlaufenden Feldweg. Im Osten grenzt es an das Flurstück Auf der Höhe und im Westen an die Flurstücke Zellerweg und Auf dem Lötzengarten an.

Das Flurstück, Das vordere Spathfeld, ist mittlerweile zu ein Drittel Ortslage.

Weitere Ausführungen zu diesem Flurstück siehe "Hinterm Spathfeld" Flur 5.


Am Zellerweg – Zellerwech

Dieses Flurstück ist eingebettet im Nordwesten. Das Eichfeld, im Norden. Auf dem alten Buch, im Osten. Das vordere Spathfeld und im Süden grenzt es an den Ortsverbindungsweg nach Weichersbach an. Am Zellerweg ist mittlerweile komplett Ortslage. Das Flurstück wird durch die "Kurt Schuhmacher Straße" geteilt.

Der Name kommt sehr wahrscheinlich von dem "Zeller Weg", der alte Ortsverbindungsweg von Sterbfritz nach Oberzell.

Heute führt die Landesstraße parallel zum "Zeller Weg", nördlich der Flurstücke "Eichfeld" und "Die Grundäcker".

 

Auf dem Lötzengarten – off em Lötzegoarte

Dieses Flurstück wird im Westen begrenzt durch die Ortsstraße "Im Eichfeld", im Norden von dem Flurstück "Am Zellerweg" und im Osten von dem "Vorderen Spathfeld". Im Süden stößt es an den einstmaligen Hohlweg. Dieser Weg war ein Stück des Ortsverbindungsweges nach Weichersbach.

Das Flurstück ist komplett Ortslage. Im Westen liegt das Haus von Thomas Krapf, im Osten ist der Bauhof und im Süden ist die alte Dreschhalle.


Das Eichfeld – Aichfeld

Dieses Flurstück führt nordwestlich entlang der Landesstraße nach Oberzell, parallel dazu nordöstlich entlang des Zeller Weges, im Weste stößt es an den Ortsweg "Im Eichfeld" und im Osten an "die Grundäcker". Dieses Flurstück, auch komplett Ortslage, außer die Parzellen entlang des "Zeller Weges".

Das Flurstück wird durch den Rotschieferweg als Ortsstraße durchschnitten.

An der Kreuzung des Ortsweges "Im Eichfeld" und Landesstraße nach Oberzell liegt das Anwesen von Simon, weiter Richtung Oberzell ist dann das Seniorenwohnheim Lebensbaum.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Heute ist dieses Gebiet zum Teil bebaute Fläche, durch die der neubenannte Weg "Im Eichfeld" führt. Ein zweites Mal findet man den alten Flurnamen auf dem Planblatt 20 und zwar jenseits der Oberzeller Straße in Richtung Seemeweg.

Mir will scheinen, dass beide Geländeteile ursprünglich eine Einheit bildeten und dieses Gebiet ebenfalls wie das Buch seinerzeit zu den großen Flurteilen zählte. Erst bei der Aufteilung in Einzelgrundstücke schälte sich auch das Sumpfgelände, das man heute gewöhnlich "In der Seeme" nennt, deutlicher heraus, so dass der alte große Flurteil nun zwei Einzelflächen bildet. Das nördliche Eichfeld und das südliche Eichfeld.

Der Flurname selbst ist sehr alt. Das bedeutet bereits sein Grundwort …feld an. In ältester Zeit bezeichnete dieses Wort das freie offene Land (einschließlich Wiesen) im Gegensatz zur geschlossenen Waldlandschaft. Später, als der Ackerbau die Weidewirtschaft abgelöst hatte, verstand man darunter zunächst die Feldmark, das gesamte Landgebebiet einer Dorfgemeinde; dann aber benutzte man es zur Zeit der Dreifelderwirtschaft zur Benennnung der drei großen Flurteile: Sommerfeld, Winterfeld und Brachfeld sowie zur Bezeichnung größerer Ackerstücke in einem Gewann wie etwa das Mühlfeld oder das Spathfeld. Heute gilt der Name "Feld" für jedes Stück Ackerland.

Das Bestimmungswort "Eich…" führt der Germanist und Namensforscher Dr. Schoof auf das Althochdeutsche Wort "azzan" bzw. "ezzan" = essen, äsen oder weiden zurück. Verwandt mit "Ezzan" sind "Eziso" sowie "esch" und "Asch", die ursprünglich ebenfalls "Weide" bedeuteten und erst viel später den Sinn von Ackerfeld bzw. Saatfeld erhielten. Aus der Bezeichnung "Eschfeld" aber entstanden durch Umlautung die Flurnamen Essfeld, Eisfeld und schließlich auch Eichfeld.

Zusammenfassend darf gesagt werden: Dir Überaus zahlreichen Flurnamen mit "Eich…" können kaum alle von unseren Eichen herrühren, da auch in alter Zeit große, geschlossene Eichenwälder selten waren und es wohl auch kaum so viele kleinere Eichenbestände in der Gemarkung gab. In unserem Falle wäre somit das ausgedehnte "Eichfeld" als eine Waldfreie Fläche, eine unbebaute Flur zu deuten, die seinerzeit zu Weidezwecken Verwendung fand.


Die Grundäcker – Grondegger

Auf de grundäcker 1732,

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

Das Flurstück Die Grundäcker geht im Norden entlang der Landesstraße nach Oberzell, parallel dazu im Süden an den Zeller Weg, im Südwesten an das Eichfeld und im Osten an die Flurstücke Flurwiese und Grundwiese. Zwischen dem Flurstück Die Grundäcker und den beiden Flurstücke im Osten führt ein Feldweg von der Landesstraße nach Oberzell schräg bis hoch zum Zellerweg. Die Flurstücke Eichfeld und Grundäcker werden durch den Ortsweg Michaelspfad getrennt.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Rechts der Straße nach Oberzell, fast in der Mitte der Strecke zwischen katholische Kirche und dem Berghof an der Stephanskuppe, liegt eine leichte, von einem geringen Wasserlauf durchflossene Bodensenke, der Grund. Er reicht westwärts bis an die Sterbfritzer Höhe und hat dem Gelände beiderseits des Rinnsals seinen Namen gegeben: Der Grundwiese, Dem Grundrasen und Den Grundäckern.


Die Flurwiese

Quelle: Alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

Die Flurwiese ist ein dreieckförmiges Stück Land entlang der Landesstraße nach Oberzell und dem schräg weggehenden Feldweg und grenzt im Osten an die Grundwiesen.


Auf dem alten Buch – off em ahle Buch

Das Flurstück Auf dem alten Buch geht im Norden entlang des Zellerweges, im Süden an den Feldweg zum Wasserbassin und stößt im Osten an den Feldweg, der die Fluren Die Grundrasen und Am alten Buch von der Flur Auf dem alten Buch trennt.

Ausführungen zur Deutung des Namens siehe Flurstück Am alten Buch.

 

Die Grundrasen – Grondroase

Das Flurstück liegt südlich des Zellerweges und wird von den Fluren Auf dem alten Buch und Am alten Buch eingerahmt.

Ausführungen zur Deutung des Namens siehe Flurstück Die Grundäcker.

 

Am alten Buch – om ahle Buch

Dieses Flurstück ist die Ergänzungsfläche des gleichen Flurstückes aus Flur 5 und liegt nördlich des Wasserbassinfeldweges und südlich des Flurstückes Die Zellerwegäcker.


Die Zellerwegäcker – Zellerwächegger

Quelle: Alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

Dieses Flurstück liegt südlich der Landesstraße nach Oberzell und nördlich des Flurstückes Am alten Buch. Im Osten grenzt es an Flur 5 an.

Ausführungen zur Deutung des Namens siehe Flurstück Am Zellerweg. Das trifft hier gleich zweimal zu. Einmal an dem alten Zeller Weg und zum zweiten an der Landesstraße nach Oberzell.

 

Das Buchwieschen – es Buchwiesje

Dieses Flurstück ist in der Karte von 1836 noch eingezeichnet. Bei der Neuaufnahme 1935 ist es wohl dem Vorderen Spathfeld zugeschlagen worden.

Das Buchwieschen liegt an dem Ortsverbindungsweg nach Weichersbach, direkt hinter dem Bauplatz Architekt Wolfgang Müller.

 

Flur 7

Diese Flur reicht im Norden von dem Ortsverbindungsweg nach Weichersbach, bis zu den Gemarkungen Weichersbach und Mottgers im Osten und im Süden bis an den Fahrradweg Sterbfritz / Mottgers. Im Westen grenzt es an die Ortslage Sterbfritz an. 


Diese Karte von Sterbfritz aus dem Jahre 1935 und entspricht der Flur 7.

Flurst.: Auf der Höhe, In der Schleifemich, Im Schlangengraben, In der Walpersbach, Am Schwarzenfelser Weg, Auf dem roten Baum, Im Herzwinkel, Auf der Eller. 

 

 

Hier sind nun die einzelnen Flurstücke:
 

In der Schleifemich

Hier handelt es sich um ein Flurübergreifendes Flurstück. Die Hauptfläche liegt in Flur 5, in Flur 7 ist lediglich eine Ergänzungsfläche.

Diese Fläche liegt rechts des nach Weichersbach führenden Ortsverbindungsweges.

Alle Erläuterungen zu dem Flurstück siehe Flur 5.

 

Auf der Höhe

Hier handelt es sich ebenfalls um ein Flurübergreifendes Flurstück. Die Teilflächen liegen in Flur 5, Flur 6 und Flur 7. Auch diese Fläche liegt rechts des Ortverbindungsweges nach Weichersbach und links der Landesstraße nach Mottgers.

Alle Erläuterungen zu dem Flurstück siehe Flur 5.


Im Schlangengraben – Schlangegroawe

Das Flurstück Im Schlangengraben grenzt im Westen an das Flurstück Auf der Höhe, im Norden an das Flurstück In der Schleifemich und reicht im Süden bis an die Landesstraße nach Mottgers. Im Osten stößt sie an die Gemarkungen Weichersbach und Mottgers.

Von 1597 bis heute hat sich an dem Namen Im Schlangengraben nichts geändert.

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarten von Sterbfritz.

Die Namensdeutung gestaltet sich schwierig. Statt Schlangengraben könnte man auch Lindgraben sagen. Das Wort lind kommt nun aus dem althochdeutschen slindan = schlingen. Es ist denkbar, dass aus dem Lindgraben ein Schlingengraben und daraus der Schlangengraben wurde. Es gibt zu der Deutung des Wortes Schlangengraben keine eindeutige Aussage.

 

Auf der Eller – of de Eller

Das Flurstück Auf der Eller liegt östlich der Landesstraße nach Mottgers, südlich des Schlangengrabens und grenzt südöstlich an die Gemarkung Mottgers.

Quelle: Alte Flurkarte von Sterbfritz.

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Im Gegensatz zu anderen Eller-ländereien besteht dieses Gebiet aus verhältnismäßig gutem Ackerboden. Vermutlich hat in unserem Falle eine längere intensive Bodenbearbeitung zur Geländeverbesserung geführt.

 

Im Herzwinkel – Hatschwengel

Das Flurstück liegt südlich der Landesstraße nach Mottgers und nördlich des in der Talsohle verlaufeneden Flutgrabens.Im Westen grenzt es an das Flurstück Auf dem roten Baum an.

Herßwinckel 1597, auf dem hertzwinckel 1732, im hertzwinckel 1732

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte von Sterbfritz.

Laut Aufzeichnungen aus dem Staatsarchiv Marburg leitet sich der Name von Hirsch-Winkel ab.

 

Auf dem roten Baum – of em rore Baam

Bei dem rottenbaum1597, am rothenbaum1732 und rothenbaum

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte von Sterbfritz. Das Flurstück liegt südlich des Flurstückes am Schwarzenfelser Weg und nördlich des Ortsverbindungsweges nach Mottgers (Radweg), westlich grenzt es an die Ortslage und östlich an das Flurstück Im Herzwinkel.

Der Name kommt vermutlich vom gerodeten Baum. Also, auf dem Areal wurden die Bäume gerodet, um Kulturland zu schaffen.

Der ortsnahe Bereich, also die Parzelle, die an dem Verbindungsweg zum Sportplatz liegt, ist bereits bebaut.

 

Am Schwarzenfelser Weg – Schwoarzefelser Wäch

Das Flurstück liegt südlich der Landesstraße nach Mottgers und nördlich des Flurstückes Auf dem roten Baum. Im Westen grenzt es an den Verbindungsweg zum Sportplatz an und im Osten an das Flurstück Im Herzwinkel. Diese beiden Flurstücke sind durch einen Feldweg getrennt.

Quelle: Staatsarchiv Marburg 1732, alte Flurkarte von Sterbfritz.

Die Namensdeutung ist hier klar. Das Areal liegt an der Landesstraße nach Mottgers (Schwarzenfels) und der Ortsname Schwarzenfels macht dann den Flurstücknamen.

Das Flurstück ist ca. zur Hälfte bebaut.

 

In der Walbersbach – Walberschboch

Walberbach, in der walberßbach geleg 1597, im walperts bach 1732,

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

Dieses Flurstück liegt südlich des Ortsverbindungsweges nach Weichersbach und nördlich der Landesstraße nach Mottgers. Im Westen grenzt es an die Ortslage an und im Osten an das Flurstück Auf der Höhe.

Das Flurstück Walbersbach ist bis auf Höhe des Architekten W. Müller bebaut.

Zur Namensherkunft kann keine Aussage gemacht werde.

 

Flur 8

Die nördliche Grenze der Flur 8 ist der Firstweg. Dieser führt vom Neubuch kommend gerade durch die Flur, nach gut der Hälfte biegt er links ab, führt am Sportplatz vorbei und bildet mit dem Fahrradweg nach Mottgers eine Kreuzung. Letztendlich führt er weiter geradeaus bis zur Landesstraße nach Mottgers.

Im Süden grenzt sie an die Steinfirst und führt auch vom Neubuch kommend bis zum Mottgerser Tunnelausgang. Die östliche Grenze bildet der Fahrradweg nach Mottgers.

Im Westen stößt sie an das Neubuch, ein Flurstück der Flur 9. (Richtung Breuningser Gemarkung)

 

Hier nun die einzelnen Flurstücke:
 

Im Herzwinkel – Hatschwengel

Der größte Teil dieses Flurstückes liegt in der Flur 8. Ungefähr ein Drittel liegt in Flur 7 und der Flutgraben bildet die nordöstliche Grenze. Im Nordwesten grenzt es an das Teilflurstück Auf dem roten Baum an und die südöstliche Grenze bildet das Flurstück in der Auerbach. Alle weiteren Ausführungen siehe Flur 7.

 

Diese Karte von 1935 zeigt Flur 8.

Flurst.: Das Neubuch, Die Auerbach, Auf dem roten Baum, Im Herzwinkel.

 

 

Auf dem roten Baum – of em rore Baam –

Dieses Flustück liegt je hälftig in Flur 7 und 8. Die Grenze bildet im Nordwesten der Firstweg (am Sportplatz), im Nordosten der Fahrradweg nach Mottgers, im Osten das Flurstück Im Herzwinkel und im Südosten das Flurstück In der Auerbach.

Alle weiteren Ausführungen siehe Flur 7.

 

In der Auerbach – Auerboch

Bey der awerbach gelegen 1544, in der awerbach 1585, in der auerbach geleg 1597 und in der Auerbach 1732.

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

Dieses Flurstück macht ca. die Hälfte der Flur 8 aus und ist mit das Größte der vier Flurstücke.

Es stößt nordwestlich an das Neubuch, verläuft im Süden entlang der Steinfirst bis zur Gemarkung Mottgers und im Nordosten und Osten grenzt es an die Flurstücke Auf dem roten Baum und Im Herzwinkel an.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Die Auerbach bildet eine von einem gleichnamigen Wasserlauf durchflossene Senke. Einst Waldgebiet bildet sie heute ein Wiesengelände. Nach Kluges "Etymologisches Wörterbuch" geht das Bestimmungswort "Auer.." auf das alte Adjektivum "ur" (=wild) zurück. Unser verstorbener Heimatforscher Rektor Maldfeld, Steinau, deutete den Namen im Gegensatz zu "Ahlersbach" (=bach in eingefriedetem Distrikt) als Wildbach, also einem Bach, der ehemals aus einem ungehegten Gelände (wildes Waldgebiet) kam.

 

Das Neubuch – naoe buch

Bei dem Flurstück Das Neubuch handelt es sich um eine Teilfläche. Der größere Teil liegt in Flur 9. Nordöstlich grenzt es an den Firstweg, im Osten an die Auerbach, im Süden an die Steinfirst und im Westen führt das Flurstück dann in die Flur 9 hinein.

Ausführungen zum Namen siehe Flur 5 Am alten Buch.

 

Flur 9

Diese Flur ist die Fortführung der Flur 8. Sie grenzt im Süden und Südosten an der Gemarkung Mottgers, im Westen an der Gemarkung Breunings, im Nordwesten an der Landesstraße nach Breunings und im Norden an den Feldweg von dem Anwesen Maienschein zum Sportplatz an. Mitten durch diese Flur führt der Ortsverbindungsweg von Sterbfritz nach Neuengronau. Dieser kommt vom Sportplatz, führt am Roten Baum und am Neubuch vorbei, bis zur Kreuzung mit der Betonstraße. Von hier geht er gerade durch die Flurstücke Hinterm Buch und Steinfürst zur Lederhose.

 

Die Karte aus 1935 zeigt Flur 9.

Flurst.: Hinterm Buch, Die Steinfürst, Die alten Wiesen, Die hohe Wiese.

 

 

Das Neubuch – naoe Buch –

Dieses ist die Ergänzungsfläche zu dem Flurstück Neubuch in Flur 8. Hier handelt es sich um die Fortführung der Fläche aus Flur 8 und reicht nordwestlich bis zur Landesstraße nach Breunings. Im Norden stößt es an die Flur 10. Die Grenze bildet der Feldweg von dem Anwesen Maienschein in Richtung Sportplatz. Die südliche Grenze bildet der, zur Betonstraße parallel verlaufende, Feldweg und im Osten der Ortsverbindungsweg nach Neuengronau.

Ausführungen zum Namen siehe Flur 5 Am alten Buch.


Hinterm Buch – hennerm Buch

Dieses Flurstück ist die Fortführung der Fläche Neubuch bis zu den Alten Wiesen, die an der Gemarkung Breunings liegen. Im Nordwesten grenzt es an die Landesstraße nach Breunings und im Süden an das Gemeindewäldchen an.

Ausführungen zum Namen siehe Flur 5 Am alten Buch.


Die alten Wiesen – die ahle Wiese

In den alten Wiesen 1732

Quelle: Staatsarchiv Marburg und alte Flurkarten der Gemeinde Sterbfritz.

Dieses Flurstück reicht von der Landesstraße nach Breunings bis zum Ortsverbindungsweg nach Neuengronau und parallel der Fläche Hinterm Buch und der Gemarkung Breunings.

Hier handelt es sich um altes Kulturland, welches sehr viel früher landwirtschaftlich genutzt wurde, als die spätere Rodung Neubuch.


In der Steinfürst, heute Steinfirst – Stanfierscht

An der Steinen furst gelegen 1544,

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte der Gemeinde Sterbfritz.

Dieses Flurstück liegt zwischen Betonstraße und Gemarkung Mottgers oder der Waldweg zum alten Steinbruch. Es handelt sich um Wiesen und an dem Waldweg entlang liegen die „degge boaste Fichte“.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Auch dieser Flurname wird heute mit dem älteren Wortelement "First" gebraucht und heißt "Steinfirst". Sie bildet den südlichen Bergblock unserer Wasserscheide. Ihr Name deutet das Vorkommen von hartem, festem Gestein an. Es überrascht seinerzeit auch niemand, dass der Vater Staat versuchte, dieses ausgedehnte und wertvolle Gesteinslager auszubeuten. Der Einspruch dagegen aber war intensiv und allgemein, dass er es dann unterließ. Dafür hat er dann mit Erfolg die Ausbeute im Rommertbrunner Steinbruch auf der Breiten First vornehmen können.

 

Im Mittelalter scheint der Bergrücken der Steinfirst nach einem Bericht von Rektor Maldfeld, Steinau, noch der Ackerkultur unterworfen gewesen zu sein; in einer Urkunde vom Jahre 1391 werden nämlich "ecker uff der Steynfirst" erwähnt. Vermutlich hat dort um diese Zeit eine Siedlung bestanden, die dann später eingegangen ist. Es ist nur wenig bekannt, dass vor dem Jahre 1300 in manchen Gebieten unseres Vaterlandes doppelt, mitunter dreimal so viele Siedlungen (Einzelhöfe, Weiler, Dörfer) auf demselben Raume existierten. Alte Karten und vergilbte Ortsverzeichnisse bestätigen dies. Diese Bergsiedlungen waren aber nicht, wie man früher annahm, die ältesten Siedlungen, sondern zumeist die jüngsten und letzten Gründungen, die gewöhnlich in nicht gerade guten Lagen und oft nur auf schlechten Böden in Waldgebieten entstanden. (siehe Rommertsbrunn und Schlingloff)

 

Die Steinfürst, heute Steinfirst – Stanfiescht

Dieses Flurstück liegt in dem Dreieck der Ortsverbindungswege nach Neuengronau und Altengronau und grenzt im Südwesten an das Flurstück Hohe Wiese und im Westen an die Gemarkung Breunings an.

Ausführungen zum Namen siehe Flurstück In der Steinfirst.


Die Hohe Wiese – Hurwiese

An der hohen wiese 1702, bis an die Hohen wiesen 1732,

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarten der Gemeinde Sterbfritz.

Die Hohe Wiese ist die Fortführung der Steinfirst, nur das die Waldung durch dieses Weideareal unterbrochen wird.

Zur Namensdeutung gibt die Literatur keine Hinweise. Vermutlich heißt sie deshalb Hohe Wiese, weil sie von dem Ortsverbindungsweg nach Neuengronau bis hoch auf den Kamm der Steinfirst führt. Sie ist somit eine am höchsten gelegene Kulturfläche in der Gemarkung Sterbfritz.

 

Flur 10

Diese Flur stößt im Westen an die Landesstraße nach Breunings, im Süden an den Feldweg von dem Anwesen Maienschein in Richtung Sportplatz. In Höhe der Kinzigquelle springt die Flurgrenze hoch auf den Firstweg und folgt diesem Weg bis zum Sportplatz, über die Kreuzung mit dem Radweg nach Mottgers bis zur Landesstraße nach Mottgers. Im Norden führt die Grenze entlang der Landesstraße nach Mottgers bis zur Kreuzung mit der Kinzigstraße, folgt dieser bis zu dem ehemaligen Ärztehaus, führt dann das Lötzental hoch und über den Ortsweg Zur Steinfirst zurück zur Landesstraße nach Breunings.

 

Hier nun die einzelnen Flurstücke:
 

Am roten Baum – om rore Baam –

Dieses Flurstück liegt zwischen dem Firstweg, führt über den Radweg nach Mottgers und reicht vor, bis zu dem Anwesen Heil. Der Firstweg knickt oberhalb des Sportplatzes ab, führt geradewegs in Richtung Landesstraße nach Mottgers. Dieser Weg bildet die östliche Grenze zur Flur 7. Dieses Flurstück Am Roten Baum ist die Nachbarfläche zu dem Areal Im roten Baum.

Alle Ausführungen zur Namensgebung siehe Flur 7, auf dem roten Baum.

 

Vor dem Buch – führm Buch

Dieses Areal liegt zwischen Firstweg und Feldweg vom Anwesen Maienschein zum Sportplatz und im Südwesten an den Feldweg, der die Fläche von dem Flurstück Das Neubuch trennt.

Ausführungen zur Namensdeutung siehe Flur 5 Am alten Buch.

 

Das Neubuch – naoe Buch

Hier handelt es sich um eine Restfläche des Flurstückes aus den Fluren 8 und 9. Es liegt zwischen den Feldwegen Firstweg, dem Weg Maienschein / Sportplatz und dem Feldweg, der die Fläche von dem Flurstück Vor dem Buch trennt.

Ausführungen zur Namensdeutung siehe Flur 5 Am alten Buch.

 

Diese Karte von 1935 zeigt Flur 10.

Flurst.: Die Galgenwiese, Das Hungerstück, Das kleine Galgenäckerchen, Der Galgenacker, Auf dem Lötzental, Die Heilingswiesen, Die Maidbrunnäcker, In der Kinzig, Am roten Baum, Vor dem Buch, Das Neubuch.

 

 

In der Kinzig – in de Kinz –

Dieses Flurstück liegt zwischen dem Flurstück Das Neubuch, welches auch eine Restfläche nordöstlich des Feldweg Maienschein / Sportplatz hat und der Kinzigstraße. Im Westen stößt es an die Landesstraße nach Breunings und im Osten an die Ortsstraße Im Buch. Die Flurfläche schließt das Anwesen Maienschein mit ein. Die kleine dreieckige Gemeindefläche liegt allerdings im Neubuch.

Diese Flurfläche ist nach dem Bach, der Kinzig, benannt, die hier ihren Anfang nimmt und bei Hanau in den Main mündet.

 

Der Galgenacker – de Galjeegger –

Dieses Flurstück liegt zwischen der Landesstraße nach Breunings im Nordwesten und der Kinzigstraße im Südosten. Im Westen grenzt es an das Anwesen Maienschein und im Osten an die Flurstücke Auf dem Lötzental und Das kleine Grundäckerchen.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Diese Grundstück liegt beiderseits des sogenannten Galgenweges (so nannte man früher die Breuningser Straße von der Abzweigung der Weiperzer Straße bis hinauf zum Ende des Straßenanstieges, das "am Gleichen" heißt, weil die Straße dort in gleicher Höhe - also fast eben - weiterführt). In den Akten und auf der Flurkarte ist sonderbarerweise ein Galgen nicht belegt, obwohl 8 unterschiedliche Flurnamen mit dem Bestimmungswort "Galgen" in unserer Gemarkung zu finden sind. Alte Männer behaupten, dass ein Galgen auf dem Gelände der 3 Küppel südlich des Galgengrabens gestanden habe. Sie nannten als Galgenküppel, den mittleren Küppel, der 437,4 m über NN liegt und an dem die Gemarkung der 3 Gemeinden Sterbfritz, Weiperz und Breunings zusammenstoßen. Vermutlich war dieser Galgen von den 3 Gemeinden gemeinsam errichtet worden.


Das kleine Galgenäckerchen – des kloa Galjeeggerje

Dieses Flurstück grenzt im Westen an die Landesstraße nach Breunings, im Süden und Südwesten an die Ortsstraße Zur Steinfirst. Dieser Ortsweg geht nach der Bebauung in einen Feldweg über, der dann an die Landesstraße nach Breunings anschließt. Im Norden grenzt es an das Flurstück Auf dem Lötzental an.

Alle anderen Ausführungen siehe das Flurstück Der Galgenacker.

 

Die Galgenwiese – die Galjewiese

Dieses Flurstück ist die Fortführung der Flurfläche Das kleine Galgenäckerchen, entlang der Langestraße nach Breunings und sie werden durch den Verbindungsweg zwischen dem Ortsweg Zur Steinfirst und der Landesstraße getrennt (Anlieger ist hier Jürgen Schlattner). Im Nordosten schließt dann das Hungerstück an.

Alle anderen Ausführungen siehe das Flurstück Der Galgenacker.


Das Hungerstück – Hongerschtoeck

Acker uff dem Hunger stuck 1597

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarten der Gemeinde Sterbfritz.

Diese Fläche grenzt im Nordosten an die Landesstraße nach Breunings und führt im Osten entlang des Ortsweges Zur Steinfirst bis zu dem schon einmal erwähnten Verbindungsweg zur Landesstraße. Dieses Flurstück ist entlang des Ortsweges Zur Steinfirst bis zu dem Verbindungsweg bebaut, ist also Ortslage.

Der Name leitet sich möglicherweise von der schlechten Bodenbeschaffenheit und somit einer daraus resultierenden schlechten Ernte ab.


Auf dem Lötzental – Loetzetoal

Dieses Flurstück wird umfasst von dem Verbindungsweg zwischen der Landesstraße nach Breunings und dem Ortsweg Zur Steinfirst, folgte dieser bis zur Kreuzung mit dem Ortsweg Am Ärztehaus. Weiter geht es auf diesem Weg bis zur Kreuzung mit der Kinzigstraße. Hier geht die Grenze entlang dieser Straße bis zu dem Flurstück Der Galgenacker, verspringt dann über einen Feldweg zu dem dort parallel verlaufenden Weg Zur Steinfirst und entlang dem Flurstück Das kleine Galgenäckerchen und führt dann im rechten Winkel zurück zur Landesstraße.

Dieses Flurstück ist, bis auf einen schmalen Streifen entlang der Fläche Das kleine Galgenäckerchen, komplett bebaut und zählt zur Ortslage.

Der Name kommt möglicherweise aus dem preußischen und heißt so viel, wie Örtlichkeit die nahe am Wasser liegt. Es leitet sich ab von dem preußischen Wort lezuns, lotzien, lotzkat , letzas, lotzien und zuletzt Lötzen.

Da entlang dieser Flurfläche sich einige Quellen befinden, KH. Roth, Hölzer und Kinzigquelle, könnte man den Namen so ableiten.

Dieses trifft im Übrigen auch auf den Lötzengarten, Flur 6, zu. Hier sind vorgelagert die Foortäcker, welches auf eine Furt hindeutet, also einen vorgelagerten Nassbereich. Die Kinzig hatte ihr Bachbett damals noch ein Stück entlang der Verladestraße des Bahnhofes, sodass dieses gut zusammen passt.


Die Heilingswiesen – Halljewiese

Sie heißt auch Heilige-Wiesen

Unwenig der heiligen wieß gelegen 1544, die hellg wießen 1597,

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte von Sterbfritz,

Dieses Flurstück ist die Bundesbahnstrecke bis zur Tunneleinfahrt und liegt zwischen Kinzigstraße im Westen und der Ortsweg am Tunnel im Osten. Der ehemalige Bahnübergang stellt die nördliche Grenze dar.

Namensdeutung siehe Flur 3 Hellgenfeld.

 

Die Maidbrunnsäcker – Maidbroenns Egger –

Dieses Flurstück grenzt im Westen an den Ortsweg Am Tunnel und im Osten an den Feldweg, der auch die Grenze zu der Flur 7 darstellt. Im Norden stößt diese Fläche an die Landesstraße nach Mottgers. Dieses Areal ist nahezu komplett bebaut und zählt zur Ortslage. Das Grundstück von Dr. Wolff ist aus der Bebauung herausgenommen und stellt einen Kleinen innerörtlichen Wald dar.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Maidbrunnacker – die Maidbrunnäcker

Beide Geländeteile bildeten ursprünglich einen zusammenhängenden Flurplan. Der Bau der Brückenauer Straße hat ihn durchschnitten und in die obigen beiden Teile zerlegt. Der Maidbrunnacker lag zu beiden Seiten des Maidbrunnweges und ist heute zumeist bebaute Fläche. Die Maidbrunnäcker dagegen liegen jenseits der Brückenauer Straße beiderseits des Roten Baumweges. Das Gelände linker Hand ist Wiesenland und trägt zurzeit einen wüchsigen Bestand von Laubbäumen. Über den Namen selbst wäre folgendes zu sagen: Brunnen und Quellen spielten im Glauben unserer Altvorderen eine große Rolle. Von einigen Quellen (einigen Brunnen) glaubte man, dass sie Heilkraft besäßen, andere wieder standen in dem Ruf, der Sitz zarter, halbgöttlicher Wesen, der Nixen zu sein. Zahlreiche Gemeinden wiesen gar einen Brunnen auf, aus dem nach alter Überlieferung die Kinder kommen und von der Hebamme in die einzelnen Häuser gebracht werden. Solche Brunnen tragen dann den Namen Kinderbrunnen oder Kindlesbrunnen, Männlesbrunnen Bubenbrunnen, oder Mädlebrunnen. Ob unser Maidbrunnen identisch ist mit dem Mädlebrunnen anderen Ortes? – Vielleicht war er aber einer jener Brunnen, die in der Frühe des Ostertages von den Maiden gern aufgesucht wurden, um aus ihnen Osterwasser zu schöpfen, damit dieses ihnen Schönheit verleihe.

 

Flur 11

Diese Flur grenzt im Westen an die Gemarkung Weiperz, im Osten an die Landesstrße nach Breunings, im Süden an die Gemarkung Breunings und im Norden an den Ortsverbindungsweg Sterbfritz / Weiperz und der Flur 13, Richtung Grüner Berg an.

 

Hier nun die einzelnen Flurstücke:

 

Am Froschteich – om froeschdaich –

Bey dem frösch deig 1597,

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte von Sterbfritz

Dieses Flurstück grenzt im Osten an die Landesstraße nach Breunings, im Süden und Westen an die Gemarkung Breunings und im Norden an den Feldweg, der von der Landesstraße, in Höhe Anwesen Maienschein, gerade in Richtung Gemarkung Weiperz führt an.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Dieses Flurstück liegt an unserer südlichsten Gemarkungsgrenze, genau da, wo die Breuningser Straße die Sterbfritzer Gemarkung verlässt (rechts der Straße). Da der gegenüberliegende Flurteil auf Breuningser Gebiet die Bezeichnung „ Im Fröschteich“ trägt, während der Sterbfritzer Teil „ Am Fröschteich“ heißt, darf angenommen werden, dass der Fröschteich selbst sich jenseits unserer Gemarkungsgrenze befand. Wann er trocken gelegt wurde, wann also die nächtlichen Froschkonzerte aufhörten, kann nicht berichtet werden.


Das Buchfeld

Diese Fläche liegt zwischen der parallel verlaufenden Landesstraße nach Breunings und dem asphaltierten Feldweg, der im weiteren Verlauf dann an den Ortsverbindungsweg nach Weiperz anschließt. Im Süden grenzt er an dem Feldweg Landesstraße / Gemarkung Weiperz an und im Norden stößt es an das Flurstück Die Galgenäcker an.

Ausführungen zur Namensdeutung siehe Flur 5 Am alten Buch.


Diese Karte von 1935 zeigt Flur 11.

Flurst.: Die Galgenäcker, Das Buchfeld, Am Fröschteich, In der Armesbach, Die Galgeneller, Im Galgengraben, Am Nickersgehaag, Der Weiperzer Wegacker.

 

 

Die Galgenäcker – die galjeegger

Dieses Areal schließt an das Buchfeld an und verläuft in Richtung Sterbfritz und liegt auch zwischen der Landesstraße und dem im Flurstück Das Buchfeld beschriebenen Feldweg. Im Norden schließt dann im weiteren Verlauf die Flur 13 (Richtung Grüner Berg) an.

Ausführungen zur Namensdeutung siehe Flur 10 Der Galgenacker.

 

Die Galgeneller – galjeeller –

Dieses Flurareal grenzt im Süden an den Feldweg Landesstraße / Gemarkung Weiperz an und führt im Osten entlang der Flurstücke Das Buchfeld und Die Galgenäcker in Richtung Sterbfritz und stößt im Norden an die Flur 13. Die westlich Grenze ist ein nicht befestigter Feldweg, der im weiteren Verlauf an den Ortsverbindungsweg nach Weiperz anschließt.

Ausführungen zur Namensdeutung siehe Flur 10 Der Galgenacker.

 

Im Galgengraben – galjegroawe –

Dieses Flurstück beginnt an dem Feldweg Maienschein / Gemarkung Weiperz und folgt dort dem Graben oder auch dem Bächlein bis in Höhe des Querweges, der die Fluren 11 und 13 trennt. Rechts und links des Grabens liegen die Flurstücke Galgeneller und Nickersgehaag und stößt dann Richtung Ortsverbindungsweg nach Weiperz auf die Armesbach.

Der Galgengraben ist auf Grund seiner Geografie Huteweide und ist im oberen Bereich verbuscht.

Ausführungen zur Namensdeutung siehe Flur 10 Der Galgenacker.


Am Nickersgehaag – neggeschgehoag –

Neckerß Haag 1597,

Quelle: Staatsarchiv Marburg, alte Flurkarte von Sterbfritz.

Dieses Flurstück wird im Süden und Osten von dem Galgengraben, im Westen von der Gemarkung Weiperz und im Norden der Armesbach und dem Ortsverbindungsweg nach Weiperz umschlossen. Es ist praktisch der Gegenhang von Galgeneller und Armersbach.

Zur Namensdeutung kann angemerkt werden, dass es sich bei Nickers, um ein Gelände handelt, welches sich dem Tal zuneigt und Gehaag, oder auch Gehag, es sich um ein umgehegtes, also gerodetes Stück Land handelt. Da in den Flurnamen oft Bezug auf die vorherige Nutzung genommen wird, könnte sich so der Namen ableiten.

 

In der Armesbach – oarmeschboch –

Dieses Flutstück ist die Fortsetzung des Galgengrabens und führt talabwärts bis zum Ortsverbindungsweg nach Weiperz. Talabwärts wird sie auf der rechten Seite ca. bis zur Hälfte von der Galgeneller, den Rest, bis zum Ortsverbindungsweg nach Weiperz stösst sie an Flur 13 an. Auf der linken Seite wird das Flurareal komplett durch das Flurstück Nickersgehaag flankiert.

 

Lehrer Hans Engelhardt führt hierzu aus:

Die Armesbach ist ein hangiges Grabengelände, das die nördliche Fortsetzung des Galgengrabens bildet und bis an die Weiperzer Straße reicht. Es wird von einem kleinen Wasserlauf durchflossen und besteht aus Grasland. Bewässerung der Vegetation lassen eine Deutung des Bestimmungsortes „ Oarmesch“ im Sinne von arm, mundartlich „Oam“ eigentlich nicht zu. Vermutlich hat das Bestimmungswort ursprünglich anders gelautet, da der verstorbene Hauptlehrer Staubitz als amtliche Form den Namen „Armersbach“ angibt.

 

Der Weiperzer Wegacker – weipetzer waechagger –

Dieses kleine Flurstückareal ist ein Anhängsel an das große Flurstück Am Nickersgehaag, welches auch die östliche Grenze bildet. Im Süden und Westen wird es von der Weiperzer Flur gesäumt und im Norden bildet der Ortsverbindungsweg nach Weiperz den Abschluss.

Dieses Areal stellt auch den Flurversprung von Flur 11 nach 12 dar. Man kann das heute noch an den alten Grenzsteinen gut erkennen.

Der Name ist leicht erklärt. Diese kleine Fläche liegt am Weiperzer Weg (Ortsverbindungsweg) und wurde dann auch so benannt.

 

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Quellen:

  1. HStAM, Karten, P II 2344 Gemarkungskarte in 18 Blättern 1836 - 1938
  2. HStAM, Karten, P II 2346 Gemarkungskarte (Ortslage) mit Berichtigung 1917 - 1939
  3. HStAM, Karten, P II 11248 Abriss der strittigen Grenze zwischen dem fuldischen Amt Sannerz und dem Hessen-Hanauischen Ämtern Altengronau und Schwarzenfels und dem Degenfeld... 1728
  4. HStAM, Karten, P II 13590 Flurkarte Sterbfritz 1730
  5. Archiv Gemeinde Sinntal Flurkarten Sterbfritz 1936
  6. Archiv Gemeinde Sinntal Chronik von Lehrer Hans Engelhardt
  7. Landesgeschichtliches Informationssystem Lagis – Hessische Flurnamen
    https://www.lagis-hessen.de/de/subjects/gsearch/page/1/sn/fln?q=sterbfritz&submit=LAGIS-Suche
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