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Sterbfritzer Dorfchronik
Sterbfritzer Dorfchronik

Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland

Das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland ist die einzige allgemeine Verdienstauszeichnung und damit die höchste Anerkennung, welche die Bundesrepublik Deutschland für Verdienste um das Gemeinwohl ausspricht.

 

Sie wird verliehen für Leistungen, die im Bereich der politischen, der wirtschaftlich-sozialen und der geistigen Arbeit dem Wiederaufbau des Vaterlandes dienten, darüber hinaus aber auch für alle besonderen Verdienste um die Bundesrepublik Deutschland.

 

Besondere Verdienste können auch durch mitmenschliche Hilfe erworben werden, die unter persönlichem Einsatz geleistet wird. Verdiensten bei Tätigkeiten, die nach der Lebenserfahrung vor allem von Frauen ausgeübt werden, ist besondere Beachtung zu schenken.

 

Aus Sterbfritz wurden ausgezeichnet:

Für sein Engagement in der Arbeit für die jüdischen Opfer des Nationalsozialismus wurde Max Dessauer 1961 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet. Carlo Schmid, damaliger Vizepräsident des Deutschen Bundestages und renommierter SPD-Politiker, hatte ihn für diese Ehrung vorgeschlagen.

Am 13. September 1965 wurde Herrn Kreisbeigeordneten
Hans Berthold in einer Feierstunde der Gemeindevertretung Sterbfritz durch Herrn Landrat Dr. Seibert das Bundesverdienst-kreuz 1. Klasse übergeben.

Herr Berthold gehörte dem Kreistag des Landkreises Schlüchtern bereits in den Jahren 1929-1933 an. Nachdem er seine politische Tätigkeit in den Jahren 1933-1945 unterbrechen musste, stellte er sich sofort nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges für den Wiederaufbau des demokratischen Staatswesen zur Verfügung. Herr Berthold gehörte seit 1946 ununterbrochen dem Kreisausschuss an. Außerdem war er bereits von 1929 bis 1933 Stadtverordneter in Schlüchtern. Herr Berthold, der als Prokurist bei der Firma Knothe beschäftigt war, war seit 1946 in seiner neuen Heimatgemeinde Sterbfritz ununterbrochen als Beigeordneter oder Gemeindevertreter ehrenamtlich tätig.

 

Für seine umfangreiche ehrenamtliche Tätigkeit in Verein und Kommunalpolitik zeichnete Landrat Karl Eyerkaufer im Januar 1989 Johannes Hohmann mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande aus.

Der 61-jährige Schreinermeister widmete sich jahrzehntelang nicht nur dem Vereinswesen und der Kommunalpolitik seiner Heimatgemeinde, sondern auch in rührender Weise den Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehr. Die ehrenamtliche Arbeit, so der Landrat, sei ein wichtiges Element des gesellschaftlichen Lebens, der sich nicht überall genügend Bürger widmeten. Bürgermeister Hans-Eberhard Priemer gab seiner Wertschätzung über die stete Mitarbeit Hohmanns Ausdruck, der auf vielen örtlichen Gebieten Triebfeder gewesen sei und immer mit Rat und Tat zur Verfügung stehe. Seit 1954 war Johannes Hohmann Schreinermeister. 1960 hatte er den Betrieb seines Onkels übernommen.

Barbara (Babette) Schubert * 16.10.1877 † 22.5.1962

 

Babette war ein Waisenkind und entfernt verwandt mit dem Kaufmann Mathäus Weismantel aus Obersinn, der sie als Kind in die Familie aufnahm. Bald hatte sie dort ihren festen Platz und war unentbehrlich im Haushalt und in der Gastwirtschaft von Weismantels. Der Bruder von Mathäus, der Schriftsteller Leo Weismantel, erkrankte an Tuberkulose und Babette pflegte den Kranken und half mit ihrem außergewöhnlichen Wissen der Kräuterheilkunde, die Krankeit zu besiegen. Leo Weismantel war überzeugt, dass er ohne ihre Hilfe nicht überlebt hätte.

 

Eine Tochter von Mathäus Weismantel, Cornelia, heiratete 1923 den Zahnarzt Richard Reinhard und zog mit ihm nach Sterbfritz. Babette ging als Haushälterin mit ihnen und hat in den nächsten Jahrzehnten den Haushalt geführt, die acht Kinder versorgt und erzogen und täglich für fünfzehn Personen gekocht, für alle die Wäsche gewaschen, nebenbei den Garten bewirtschaftet, Kräuter gesammelt und getrocknet. An vielen Abenden saßen Sterbfritzer Frauen mit Babette im Wartezimmer und informierten sich bei ihr über den Gebrauch und die Wirkung der Heilpflanzen, aus denen sie die verschiedensten Tinkturen hergestellt hat.

Während der Zeit des 2. Weltkrieges hat Babette selbst Kartoffeln und Gemüse angebaut, beim „Schwarzschlachten“ das Schwein zerlegt und die Wurst gekocht. Es gelang ihr immer, die große Familie zu versorgen.

Alle Bewohner des Hauses hatten großen Respekt vor dieser großartigen Frau, die stets sehr liebevoll mit allen umgegangen ist. Ihr Tod war ein schmerzlicher Verlust für die Familie und bis heute denken alle, die sie gekannt haben, mit Hochachtung und Dankbarkeit an sie.

Am 1. Mai 1962, kurz vor ihrem Tod, wurde ihr das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen.

Quellen:

 

  • Max Dessauer
  • ​Hans Berthold
    • Bergwinkel-Bote - Heimatkalender 1966 - Seite 122
  • Johannes Hohmann
    • Veröffentlichung im Bundesanzeiger 25. April 1989 Nr. 78 Seite 2110 
      Quelle wikipedia
    • Text und Bild: Bergwinkel-Bote - Heimatkalender 1990 - Seite 164
  • ​Barbara Schubert
    • ​Bernd Döring

 

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